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Montag, 20. Februar 2017

W@nder – Konferenz über das Geschenk, nicht hinein zu passen

Um was ging es?


Am 14. und 15. Februar 2017 war ich in Hannover bei der Konferenz w@nder. Angesprochen hatte mich, dass es darin um dieses Fremdsein in der Kirche gehen sollte, von Leuten, die sich dennoch stark mit ihr verbunden fühlen, etwas von ihr oder für sie wollen. Den Ausdruck und die Perspektive des „gift of not fitting in“, des Geschenks oder der Gabe, nicht hinein zu passen, fand ich sehr spannend. Und so traf ich mich zusammen mit ca. 120 weiteren W@ndernden aus der katholischen und der evangelischen Kirche sowie verschiedenen Freikirchen in der Hannoveraner Eisfabrik. Eine Dokumentation darüber findet sich auch hier.

Wie es anfing 


Vor Ort wurde mit der Symbolik rund um eine Bergwanderung gespielt. So hatten die Konferenzräume in der Eisfabrik Namen wie Gletscher, Hochebene, Schlucht und Hütte. In letzterer gab es einen angedeuteten Wald. Es brannte sogar ein Kaminfeuer auf einem Bildschirm, echte Holzscheite lagen daneben und es stand dort … ein Feuerlöscher! Man kann schließlich nie wissen!

W@ndernde Gedanken


Ich bin empfänglich für solche Details und während der ersten Interviews des Abends machte ich mir so meine Gedanken über den Raum, das „Feuer“ und den Feuerlöscher. Ein Feuer, das brennt aber nicht verbrennt erinnert mich nun mal an den brennenden Dornbusch. Mose hatte ihn beim Schafe hüten entdeckt und genau dort etwas Wesentliches von Gott verstanden.

Der Feuerlöscher


Und nun waren hier 120 Kirchenleute, potentiell sollten da Gotteserfahrungen/ -begegnungen nicht ausgeschlossen sein. Aber da war auch dieser Feuerlöscher. Für mich der Hinweis darauf, dass es in der Regel nicht so einfach ist, ein neues Feuer zu entfachen und am brennen zu halten. Es wird immer welche geben, die dies für eine Gefahr halten könnten. Dieser Feuerlöscher-Aspekt, eine nicht zu verleugnende kirchliche und gesellschaftliche Realität, kam mir bei den Gesprächen, an denen ich beteiligt war, ein wenig zu kurz.

Thematischer Einstieg


In der Hütte standen aber auch zwei Sofas mit Leuten drauf, die an diesem ersten Abend von ihren positiven Erfahrungen als Pioniere erzählten. Die Projekte waren zweifellos interessant, ließen mich aber etwas ratlos zurück. Was sollte ich damit anfangen? Solche Projekte gibt es viele. Kirchen- und Katholikentage sind voll davon.

Pioniere


Auch am nächsten Morgen wurden zwei Projekte vorgestellt, die sich aus der jeweils persönlichen Erfahrung, „nicht hinein zu passen“ erfolgreich entwickelt hatten. Mit dem englischsprachigen tat ich mich trotz Dolmetscher schwer. Ich brauche einfach etwas länger, um wieder ins Englische hinein oder mit einer Übersetzung klar zu kommen. Viel Neues war für mich nicht dabei, und wenn doch, dann schien ich die einzige unter lauter Wissenden gewesen zu sein. (z.B.: Was hat es mit diesem ominösen „Start with why“ auf sich, was offensichtlich alle selbstverständlich kannten? Inzwischen hab ichs gegooglet.)

Seilschaften und Routen


Am gewinnbringendsten fand ich die „Seilschaften“ und „Routen“, kleinere Gruppen, in denen intensiv miteinander über das gesprochen werden konnte, was die Teilnehmenden bewegte. Spannende Leute habe ich dabei kennengelernt, teilweise gar nicht weit weg von meinem Zuhause und mit ähnlichen Interessen. Vielleicht wächst da ja etwas aus dem einen oder anderen Erstkontakt.

Twitter-Klassentreffen


Gefreut habe ich mich auch, so vielen Tweeps von meiner Twitter-Timeline live und in Farbe begegnen zu können. Das gab mir gleich ein Gefühl der Vertrautheit. Und meine Timeline ist noch weiter gewachsen …

Me not fitting in


Befremdlich fand ich allerdings auch so einiges und habe damit das Konferenz-Thema sozusagen verinnerlicht. Sowohl im großen Rahmen als auch in den kleinen Gesprächsgruppen gab es anscheinend eine unausgesprochene Übereinkunft, es habe bei allen Pionier-Ideen grundsätzlich immer um Gemeindegründungen und um Gemeindeaufbau zu gehen. Von der Gründung einer Hausgemeinde neben der lokalen Kirchengemeinde war z.B. konkret die Rede. Immer aber sollten Leute, wie auch immer, dazu bewegt werden, sich einer Gemeinschaft anzuschließen.

Sogar mein eigener Routenvorschlag, über das Unterwegssein an sich, seinen ihm innewohnenden Sinn, seine mögliche theologische und geistliche Dimension am Beispiel von (Gemeinde-) Ausflügen, Nachtwanderungen oder Geocaching sollte unter der offiziellen Überschrift „Wo fängt Gemeindegründung an? Von Geocaching und Nachtwanderungen“ für das Thema Gemeindebildung vereinnahmt werden. (Hat zum Glück nicht geklappt. Es gab ein paar andere, die auch im Unterwegssein Zuhause waren.)

Menschen begegnen und begleiten muss nicht in Bindung enden


Aber ist es sinnvoll, das Ziel zu verfolgen, Leute an eine Gemeinde/Gemeinschaft binden zu wollen? Ist da nicht (wie ich es für meine Route formulierte:) das Ziel im Weg? Mir geht es bei meiner Arbeit und auch sonst, wenn religiöse oder kirchliche Themen ins Gespräch kommen, erst mal und vor allem um den oder die einzelnen Menschen, mit denen ich da zu tun habe. Um ihr Leben, ihre Fragen, Erlebnisse, Sorgen, vielleicht auch ihren Glauben – in aller Freiheit. Wenn sich daraus Interesse an weiterem Kontakt und/oder an Gemeinde entwickelt: ok, aber nicht vorrangiges Ziel.

Denn: so wichtig Gemeinschaft für die Weiterentwicklung des eigenen und des gemeinsamen Glaubens auch sein mag: sie ist nicht für jede und jeden von solch großer Bedeutung wie für die, die sich einer solchen verbunden fühlen. Das gilt es zu respektieren, auch im Bereich der Kirchen, finde ich. Ich weiß, dass ich mit dieser Ansicht wiederum andere befremde.

Gemeinsame und (wieder) getrennte Wege


Gemeinsam ein kurzes Stück unterwegs sein, und dann trennen sich die Wege wieder: genau das haben wir doch auch bei w@nder gemacht. Und befinden uns damit in guter biblischer Tradition. Kaum vorstellbar, ALLE Zuhörerinnen und Zuhörer der Bergpredigt wären dem Wander(w@nder?)prediger Jesus in einem riesigen Rudel durch die Lande gefolgt! Wer hätte diese Horde dann wohl noch zu Gast haben wollen?!

Sie gingen vielmehr zurück in ihren Alltag. Genauso wie die Geheilten und Aufgerichteten, die dann doch nicht gesteinigte Frau und die am Jakobsbrunnen. Ihr Leben hatte sich radikal verändert. Davon erzählten sie überall. Aber von der Gründung von religiösen Selbsthilfegruppen habe ich in den Evangelien bislang nichts gelesen.

Aus meiner Pilgererfahrung weiß ich, jeweils beide sind gleich wichtig: Die, die unterwegs sind und sich auf Neuland begeben und die, die an einem Ort bleiben und daher anderen Gastfreundschaft anbieten können. Die, die sich vergesellschaften und die, die für sich bleiben.

Abschlussgottesdienst mit Zeichenhandlung


Was mit einem Gespräch am virtuellen Kamin begann, endete an gleicher Stelle mit einem ökumenischen Gottesdienst. Dabei wurden nach der Predigt alle aufgefordert, zwecks eines erfrischenden „sakramemoralen Kneipens“ nach der W@nderung Schuhe und Strümpfe auszuziehen und durch Behälter mit Wasser zu gehen.

Da wurde für mich rund, was mit dem Dornbusch-Bildschirmfeuer begonnen hatte. Damals bei Mose gings zwar weder um Wasser noch um Fußwaschung, beides kommt bekanntlich später, aber auch er wurde aufgefordert: "Zieh deine Schuhe aus." Denn: "Der Ort, auf dem du stehst, ist heiliges Land." So ist das: Auch wenn ich noch nicht wirklich greifen kann, was ich von w@nder mitnehme: Göttliches (was für ein großes Wort! Ich hab aber nix anderes) ist eben un-be-greifbar. Aber irgendwie haben wir sowas wie heiligen Boden betreten.

Update (21.02.2017):


Ein sehr fundierter Artikel, der meine Anfrage vertieft, ob es kirchlicher Arbeit immer im Gemeindeaufbau und Gemeindegründungen gehen muss, wurde eben auf Dei Verbum unter der Überschrift "Hat Jesus Gemeinde gewollt?" veröffentlicht. Sehr lesenswert!

Dienstag, 24. Mai 2016

Familiengottesdienst zum Dreifaltigkeitsfest am 21.05.2016 (Jahreskreis C)

Versuch einer konkreten und situationsbezogenen Auslegung

Zum Hintergrund:

Alle zwei Monate feiern wir in St. Godehard in Amelinghausen einen Familiengottesdienst. Er wird von einem kleinen Team engagierter Frauen vorbereitet. Jedes Jahr trifft dieser Gottesdienst auf ein Vater-Kind-Wochenende, dass mit Fahrrädern aus Lüneburg anreist, bei uns im Pfarrgarten zeltet und das Gemeindehaus benutzt. Die Katechese wurde gezielt für diese Situation erstellt.

A, B und C sind Sprecherinnen aus dem Vorbereitungsteam, die anderen 4 Sprechrollen sind selbsterklärend. Beim Sprechen wurde teilweise improvisiert.


Katechese zum Dreifaltigkeitsfest, Samstag, 21.05.2016

A: Ok. Dreifaltigkeit. Was ist das? Mal so für Dummies.

B: Ich glaube, das Thema ist schwierig und nix für Dummies!

A: Aber worum geht es denn bei der Dreifaltigkeit?

C: Das hat etwas mit Gott zu tun, der der Schöpfer von allem ist und von Jesus „Vater“ genannt wird. Jesus ist auch Gott. Und der Heilige Geist, den wir Pfingsten gefeiert haben, ist auch Gott. Gott ist Vater, Sohn und Heiliger Geist. Gleichzeitig.

B: Beim Kreuzzeichen denken wir da ja auch immer dran und sagen: Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.

C: Amen. Genau.

B: Das Komplizierte daran ist, dass wir daran glauben, dass es nur einen Gott gibt. Aber gleichzeitig gibt es Vater, Sohn und Heiligen Geist. Also gibt es irgendwie drei Personen, die trotzdem doch nur eine sind.

A: Hm. Versteh ich nicht.

B: Ich sach ja: ist kompliziert.

C: Einzeln sind die drei gar nicht so kompliziert: Gott, der Vater ist der, der immer da ist, der immer da war und immer da sein wird. Er hat alles gemacht und passt auf uns auf.

A: Er kann auch gut zuhören. Denke ich zumindest, wenn ich bete.

B: Man kann sich voll auf ihn verlassen und ihm vertrauen, weil er eben immer da ist.

C: Und dann Jesus. Was fällt euch zu Jesus ein? Wer war Jesus und was hat er gemacht?

(Kinder fragen. Sonst antworten A + B abwechselnd)
  • Jesus ist Mensch geworden und hat als Mensch gelebt.
  • Jesus hat Kranke geheilt.
  • Jesus hat auf Gott vertraut.
  • Jesus war ein guter Geschichtenerzähler.
  • Jesus hat den Leuten davon erzählt, wie Gott ist und dass wir uns auf ihn verlassen können.
  • Jesus war irgendwann wieder weg. An Himmelfahrt haben wir gefeiert, dass er zurück zu seinem Vater gegangen ist.
C: Und jetzt zum Heiligen Geist. Was fällt euch zu dem ein?

A: Den haben wir Pfingsten gefeiert. Der ist wie Sturm und Wind und wie Feuer.

B: Der Hl. Geist ist irgendwie da, aber nicht greifbar. Der weht, wo er will.

A: Der ist überall und kennt keine Grenzen.

C: Der Hl. Geist kann unseren Blick weiten: An Pfingsten haben sich alle verstanden, obwohl sie nicht die gleiche Sprache sprachen.

A: Der Heilige Geist macht uns stark und mutig.

B: Irgendwie verbindet der Hl. Geist die Menschen untereinander und mit Gott. So wie an Pfingsten.

A: Ich mag den Hl. Geist! Der ist so überraschend!

(Sabine kommt von hinten in die Kirche.)

Sabine: Huhu! Was macht ihr denn hier? Party? Nee, für ne Party ist es hier zu ruhig. Also was macht ihr hier?

Gemeindemitglied: Wir feiern Gottesdienst, die Heilige Messe.

Sabine: Ach so. Also mit singen und beten und viel still sein und so. Richtig?

Gemeindemitglied: Ja, in etwa. Jeden Samstag treffen wir uns, um hier gemeinsam zu singen, zu beten, etwas aus der Bibel zu lesen und gemeinsam Eucharistie zu feiern, das Abendmahl.

Sabine: Ah! Ich verstehe. Und Sie sind jeden Samstag hier?

Gemeindemitglied: So weit ich das einrichten kann, komme ich jeden Samstag hier her.

Sabine: Das ist ja toll. Da kann man sich richtig auf Sie verlassen, wenn Sie immer da sind. Dann wissen Sie bestimmt auch sehr viel über diese Kirche?

Gemeindemitglied: Ja, von dieser Gemeinde hier weiß ich eine ganze Menge. Ich bin hier ja auch schon sehr lange.

Sabine: Und wie ist das, wenn ich ein Problem hätte: würden Sie mir dann helfen?

Gemeindemitglied: Ob ich sofort helfen könnte, weiß ich nicht. Aber ich wäre gerne für Sie da und würde erst mal gut zuhören.

Sabine: Danke! Das ist gut zu wissen, dass da jemand da ist!

(geht weiter zu jemanden vom Vater-Kind-Wochenende, nach Möglichkeit zu einem Kind oder Vater mit Kind. Fragen können frei beantwortet werden.) Und du bist auch jeden Samstag hier? Ist das denn nicht langweilig?

Kind: Nee, ich bin heute hier zu Besuch. Wir machen gerade ein Vater-Kind-Wochenende.

Sabine: Das klingt ja interessant! Und was macht ihr da so?

Kind: (ggf. frei erzählen oder:) Wir sind mit Fahrrädern von Lüneburg nach Amelinghausen gefahren. Und heute Nacht schlafen wir in Zelten.

Sabine: Wow! Die Fahrradfahrt war bestimmt anstrengend! Hattest du gar keine Angst, dass du das nicht schaffst?

Kind: Nein. Mein Vater ist ja auch dabei. Der passt schon auf, dass mir nichts passiert. Und wenn doch was passieren sollte, kann der ziemlich gut helfen und trösten.

Sabine: Du musst einen ziemlich tollen Vater haben, dass du dich so auf ihn verlässt! Wie lange bleibt ihr denn hier?

Kind: Noch bis morgen. Dann fahren wir zurück nach Hause.

Sabine: Dann wünsche ich euch eine gute Heimfahrt. Und hoffentlich kommt ihr bald mal wieder! (Geht zu Fabienne.) Und du? Bist du auch hier mit dem Vater-Kind-Wochenende?

Fabienne: Nein, ich bin aus Amelinghausen. Ich gehöre hier zu St. Godehard.

Sabine: Ach, dann gehst du auch jeden Samstag in den Gottesdienst?

Fabienne: Nein, eigentlich nicht. Eher dann, wenn hier etwas besonderes ist. Ich bin gerne bei den Familiengottesdiensten dabei. Die bereite ich auch manchmal mit vor.

Sabine: Das ist ja toll! Und wie bereitet man so einen Familiengottesdienst vor?

Fabienne: Man überlegt sich neue Ideen zu den Bibeltexten. Damit man die besser verstehen kann. Und man sucht Lieder aus, die Spaß machen, wenn man die singt.

Sabine: Das klingt ja ganz so, als würdest du hier frischen Wind reinbringen, wenn du da bist. Das gefällt mir! (Geht zum Vorbereitungsteam.) Und warum steht ihr hier vorne?

A: Wir haben gerade über „Dreifaltigkeit“ nachgedacht. Aber das ist ganz schön kompliziert.

B: Da geht es so um Gott Vater, Sohn und Heiliger Geist. Dass die irgendwie verschieden sind, aber trotzdem nur ein Gott.

Sabine: Hm. Klingt wirklich schwierig. Aber auch interessant. Und vor allem habt ihr hier voll die interessanten Leute im Gottesdienst!

C: Interessante Leute? Was meinst du?

Sabine: Da gibt es welche, die immer da sind. Auf die man sich verlassen kann. Die den Überblick haben, was hier so läuft und bei Problemen helfen würden.

C: Stimmt. Die sind total wichtig!

Sabine: Und dann gibt es die, die hier eine kleine Zeit verbringen, wie die Leute vom Vater-Kind-Wochenende. Die haben voll spannende Sachen zu erzählen. Und von denen kann man lernen, aufeinander zu vertrauen.

A: So hab ich das noch gar nicht gesehen. Die kommen einfach nur jedes Jahr, sind hier und dann wieder weg. Aber es ist immer wieder toll, dass die zu uns kommen!

Sabine: Und dann gibt es noch solche tollen Leute wie die Fabienne. Man weiß nicht genau, wann sie kommen. Sie kommen und gehen, wie sie wollen. Aber wenn sie da sind, bringen sie frischen Wind mit. Und man freut sich über sie und die ganze Lebendigkeit, die sie mitbringen.

B: Und alle zusammen feiern wir hier zusammen Gottesdienst. Als eine große Gemeinschaft.

A: Weißt du was?

B: Nee.

A: Das mit der Dreifaltigkeit ist vielleicht doch nicht so kompliziert?

C: Hä??? Wie kommst du denn jetzt daaa drauf?

A: Na, wenn wir hier zusammen Messe feiern, sind wir eine große Gemeinschaft. Eine Gemeinde. Wir sind eins. Aber wir sind trotzdem verschieden.

B: Du meinst, wie Gott Vater, Sohn und Heiliger Geist?

A: Ja! Hier gibt es die Verlässlichen, die immer da sind. So wie Gott immer da ist!

B: Ich verstehe! Und es gibt die, die uns zeigen, wie man vertrauen kann und die tolle Geschichten zu erzählen haben.

C: Fast so wie Jesus …

A: Und dann noch die, die immer mal wieder hinein schneien und frischen Wind mitbringen. Über die man sich freut, weil sie so lebendig sind.

B: Fast so wie der Heilige Geist …

C: Das würde ja heißen, hier in diesem Gottesdienst können wir etwas davon erfahren, was das ist, diese Dreifaltigkeit. Wir sind verschieden, aber doch eine große Gemeinschaft und Einheit.

A: Wir sind viele und gleichzeitig eins.

B: Das finde ich toll. Wir sind hier ein bisschen so wie die Dreifaltigkeit.

C: Und Gott ist ein bisschen so wie wir. Eine Gemeinschaft von drei verschiedenen. Das muss man erst mal verdauen!

B: Ich finde es ein schönes Bild, unsere Gemeinschaft hier mit einem so schwierigen Thema zusammen zu bringen. Vielleicht ist es mit der Dreifaltigkeit nicht zu 100% genau.so. Aber wir brauchen solche Vergleiche. Und ein bisschen Geheimnis rund um Gott Vater, Sohn und Heiligem Geist darf auch bleiben. Amen.

Freitag, 17. Juli 2015

Hautnah dabei

(Dieser Text ist die ungekürzte Fassung für die Radioandacht "Himmel und Erde" am 17. Juli 2015 um 09.20h auf NDR 1, Radio Niedersachsen.)

So soll die Lüneburger Heide aussehen: Unter blauem Himmel eine lila blühende Landschaft. Ein paar Wacholder dazwischen. Birken rechts und links am Weg. Hin und wieder ein Findling. Und natürlich eine große Heidschnuckenherde mit Hütehunden und Schäfer oder Schäferin.

Dabei gibt es nur wenige wirklich große Heideflächen und noch weniger Heidschnucken-Herden. Finanziell lohnt sich der Aufwand kaum. Für die Landschaftspflege sind die Schnucken allerdings äußerst wichtig: Sie halten die Heide kurz und fressen junge Bäumchen. Außerdem zerreißen sie mit ihren Beinen die Spinnennetze im Heidekraut. So können die Bienen Nektar sammeln.

Mit etwas Glück trifft man auf eine solche Schnuckenherde. Am Wilseder Berg hatten wir mit einer Frauenpilgergruppe einmal ein ganz besonderes Erlebnis. Ein kleines schwarzes Lamm hatte sich verlaufen. Es lief durch die Heide und blökte jämmerlich nach seiner Mutter. Ein paar Einheimische versuchten es einzufangen. Aber sie hatten keine Chance. Das Lamm war einfach zu schnell. Immer weiter lief es in die Heide hinein. Um das Lamm nicht noch stärker zu verschrecken, sollte unsere Pilgergruppe stehen bleiben.

Der Schäfer war bereits informiert. Die Herde war allerdings noch weit entfernt. Wir mussten also warten. Irgendwann konnten wir die Herde hören. Erst leise, dann immer lauter. Plötzlich war das Lamm völlig verändert. Es blökte wie schon zuvor. Aber jetzt bekam es eine Antwort. Das Lamm wollte nur noch … zu seiner Schnuckenmutter. Bald schon lief es seiner Herde entgegen und verschwand mittendrin.

Durch dieses Erlebnis hatten wir mit unserer Pilgergruppe viel Zeit verloren. Aber das war es wert. Hautnah hatten wir ein Gleichnis Jesu … miterlebt. Ein Hirte war tatsächlich mit seiner ganzen Herde umgekehrt, um ein kleines, verlorenes Schaf wieder einzusammeln. Das war ein Gänsehautmoment. Auch ein Wort aus dem 23. Psalm war plötzlich ganz aktuell: „Der Herr ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln.“ Wenn schon der Schäfer einer Schnuckenherde sich so gut um seine Tiere sorgt, um wie viel mehr dürfen wir dies Gott zutrauen!

Doch nicht nur Schäfer und Schäferinnen sind Hirten im Sinn der Bibel: Da sorgen sich Eltern um ihre Kinder. Lehrerinnen und Lehrer um ihre Klassen. Wie der gute Hirte kümmern sich Menschen umfänglich um jene, die ihnen anvertraut sind. Sie sind sogar bereit, hinterher zu laufen, wenn jemand einen falschen Weg eingeschlagen hat. Auch wenn das Zeit und Energie kostet. Aber nur so wird Leben möglich oder sogar gerettet.

Donnerstag, 16. Juli 2015

Eine Kraftquelle

(Dieser Text ist die ungekürzte Fassung für die Radioandacht "Himmel und Erde" am 16. Juli 2015 um 09.20h auf NDR 1, Radio Niedersachsen.)

Zwischen Bispingen und Amelinghausen liegt der kleine Ort Schwindebeck. Hier entspringt ein kleiner Fluss: der Schwindebach. Kaum jemand kennt Schwindebeck. Hier wohnen nur wenige Leute. Auch vom Schwindebach wissen nur wenige. Er ist nicht einmal 5 km lang und trotzdem etwas ganz Besonderes: seine Quelle ist die zweitgrößte in Niedersachsen!

Ich bin gerne an der Schwindebachquelle. Sie sieht aus wie ein kleiner Tümpel mitten im Wald. Das Wasser ist kristallklar. Die drum herum stehenden Bäume spiegeln sich auf der ruhigen Wasseroberfläche. Auf dem sandigen Grund wachsen nur einzelne Algen. Sie sehen aus wie im Wasser treibende, braune Wattebäusche. Um die Quelle herum wächst viel saftiges Grün. Die Quelle selbst ist still, nur der Bach, der hier entspringt, plätschert leise.

Ich schaue auf die Schwindequelle und bin immer wieder fasziniert: Unter der Wasseroberfläche sprudelt das Wasser sichtbar aus dem Boden. Dort sieht es fast so aus, als würde der Sand unaufhörlich kochen. Mehr als 20 Badewannen könnte man jede Minute mit dem Quellwasser füllen. Allerdings wäre es sehr unangenehm, darin zu baden: das Wasser ist kalt und hat das ganze Jahr über eine Temperatur von nur 9°.

Viele Leute kommen immer wieder gerne an diesen besonderen Ort. Sie verlassen wie ich ihren turbulenten Alltag für ein paar Minuten, um der Quelle beim Sprudeln zuzusehen. Hier kann ich gut ruhig werden und nachdenken. Oder einfach nur schauen. Hier kann ich innerlich auftanken und mich erfrischen lassen. Einfach nur da sein.

Beim Blick ins Wasser erinnere ich mich an Menschen, mit denen ich schon hier war. Mit einer Pilgergruppe haben wir uns hier an unsere Taufe erinnert. Und mit einer Freundin aus Wien habe ich an der Quelle geschwiegen. Es sind schöne Erinnerungen, wenn ich an der Schwindebachquelle stehe. Sie geben mir Energie für meinen Alltag. Und so ist dieser kleine Tümpel im Wald für mich mehr, als nur eine beliebige Stelle, an der eben Wasser aus der Erde sprudelt. Dieser kleine, stille Ort ist für mich zu einer Kraftquelle geworden.

Überall gibt es solche Orte, die Menschen Kraft geben. Unterschiedlichste Stellen laden ein zum Innehalten und Auftanken. Etwa die Bank im Park mit Blick auf den Springbrunnen. Der stille Augenblick in einer Kirche oder der Liegestuhl im Garten. Einen solchen Ort und einen Moment wie an der Schwindebachquelle, einen Platz an dem Sie aufatmen und auftanken können: den wünsche ich Ihnen!

Donnerstag, 25. September 2014

Kirche im Web. 2. Katholisches Bloggertreffen in Erfurt

(Kirche im Web. 1. Grundkurs Internetseelsorge)

Vom Grundkurs Internetseelsorge in Goslar fuhr ich direkt weiter nach Erfurt. Dort trafen sich 16 Bloggerinnen und Blogger zum Kennenlernen und zum Austausch. Das Treffen stand unter dem Oberthema: “Das missionarische Potential der katholischen Bloggerszene”. Dazu eingeladen hatten das Referat Medienpastoral des Seelsorgeamtes Freiburg und das Referat Internetseelsorge der KAMP in Erfurt.

Ich war von einem der Veranstalter direkt angesprochen wurden, an diesem Treffen teilzunehmen, und so meldete ich mich an, vor allem, weil mich Referat und Gespräch: „Das missionarische Potential der katholischen Blogger“ mit Prof. Matthias Sellmann und Anna Heiliger (beide Bochum) sehr interessierten.

Einstieg


Schon bei der Vorstellungsrunde wurde deutlich, wie bunt und vielfältig die verschiedenen Blogs und damit das Treffen werden würde. Etwa ein Drittel der Anwesenden führen ihr Blog aus dienstlichen, die Mehrheit aus privatem Interesse. Unter dem Stichwort „missionarisch“ wurden dementsprechend ganz unterschiedliche Motive des Bloggens benannt.

Das missionarische Potential katholischer Blogs


Samstagmorgen gab zunächst Prof. Matthias Sellmann eine kurze Einführung in das Missionsverständnis des II. Vatikanums. In meinen Worten, seine Gedanken zusammenfassend:
Missionarisch ist eine Pastoral, wenn sie auch den Missionar überrascht, Denn dann "ereignet" sich Offenbarung. Der Missionar/die Missionarin muss doppelt lernen, bereit sein, sich zu verändern. (Der kurze Einstieg war so dicht, dass ich nur wenige Akzente wiedergeben kann.) 
Nicht alle Anwesenden teilten das von Prof. Sellmann Missionsverständnis und Bild von Kirche Jesu Christi. Leider war aber nicht die Zeit, hierüber intensiver in Austausch zu treten.

Im Anschluss an die Einführung stellte Anna Heiliger die Ergebnisse ihrer Magisterarbeit "Vielfalt und Potenzial der katholischen Bloggerszene" vor. Während es im deutschsprachigen Raum mehr als 350 Blogs mit überwiegend oder wiederkehrenden katholischen Themen gibt, beruht ihre Arbeit u. a. auf der Analyse eines Fragebogens, den 59 Blogger und Bloggerinnen beantwortet hatten.

Wie Frau Heiliger herausarbeitete, fühlt sich ein Großteil der antwortenden Personen der sogenannten „Blogozese“ (Kunstwort aus „Blog“ und „Diözese“, ursprünglich scherzhaft gebraucht) zugehörig. Ein Drittel der Befragten allerdings assoziierte damit Negatives oder lehnte den Begriff grundsätzlich ab.

Zu den weiteren Inhalten des Vortrags hier einige Schnipsel aus meinem „Twitter-Notizbuch“:
(Mehr Tweets, Eindrücke und Bilder zum Treffen sind zu finden unter dem Hastag #kbt14)

Aus dem aus der Umfrage Erarbeiteten ergaben sich verschiedene Fragen. Beispielsweise: Wie kann ein Blog eine Außenwirkung erreichen, in dem Sinn „missionarisch“ sein, wenn er sich vorwiegend an Gleichgesinnte richtet? Es wäre gut gewesen, mit mehr Zeit noch mehr in die Tiefe zu gehen und die Ergebnisse der kleinen Studie zu deuten.

Weitere Themen der Bloggertagung


Am Nachmittag ging es unter anderem um „Blogger relations“. Können katholische Blogger als „Produktblogger der katholischen Kirche“ verstanden werden? Und welche Verbindungen zu offiziellen Stellen wären sinnvoll, nötig und/oder wünschenswert?

In der Aussprache zu diesem Thema zeigte sich, wie schwer es gerade die privaten, nicht dienstlichen Blogger_innen haben, mit offiziellen kirchlichen Stellen zu kooperieren. Auch wenn manche Blogs extreme und fragwürdige Positionen vertreten und/oder in einem frag- und kritikwürdigem Stil über Andersdenkende schreiben: ein Entgegenkommen wäre da nach meiner Einschätzung von beiden Seiten notwendig.

Ein weiterer Vortrag zum Thema der Vernetzung von Bloggern via Facebook ging an meinem Interesse und damit auch an meiner Aufmerksamkeit ziemlich vorbei. Interessanter gefunden hätte ich die Fragestellung, wie eine größere Leser_innenschaft für und ein stärkeres Interesse an Blogs mit religiösem und kirchlichem Inhalt generiert werden kann. Dabei können allgemein die verschiedenen Social-Media Plattformen eine wichtige Rolle spielen, wenn sie gezielt bespielt und eingesetzt werden.

Der Tag endete mit einer selbstironischen, persönlichen Zuordnung zu zwölf Typen von Gläubigen. Wer sich darin ebenfalls versuchen möchte, klicke und lese hier. Eine Abschlussrunde mit Auswertung beendete den Tag und den offiziellen Teil des Bloggertreffens. Die überwiegende Mehrheit wünscht sich ein weiteres Treffen im kommenden Jahr und machte bereits Vorschläge für einen Referenten.

Fazit


Mir hat die Buntheit des Treffens gefallen. Bereichernd fand ich, einzelne Personen intensiver kennenzulernen und meinen ehemaligen Kollegen Hubertus Schönemann wieder zu treffen. Auch für die meisten anderen Teilnehmenden scheint die Begegnung mit anderen ein wichtiger, wenn nicht der wichtigste Akzent des Treffens gewesen zu sein.

Die Frage, inwieweit Blogs missionarisch sein und wirken können, und damit der inhaltliche Teil wurde nach meinem Geschmack allerdings zu oberflächlich behandelt. Die Forschungsergebnisse von Frau Heiliger hätten ein guter Einstieg sein können, von dem aus die eigentliche Diskussion gestartet wäre. So blieb für mich das Thema der Tagung letztlich zu wenig konkret und orientierend. Mich freut daher sehr die Ankündigung, dass die Arbeit von Anna Heiliger in absehbarer Zeit online zur Verfügung stehen wird.

(Update 13.30h: Mehr Rückblicke auf das Bloggertreffen werden hier und hier gesammelt.)

Internetseelsorge und katholische Blogs


Internetseelsorge und Bloggertreffen: zwei Seiten von kirchlichem Engagement im WWW aus verschiedenen Perspektiven und mit unterschiedlicher Zielrichtung. Beiden gemeinsam ist die kirchliche Präsens auf dem "Areopag", dem öffentlichen "Marktplatz" des Internets. Unter bestimmten Bedingungen kann bereits allein eine solche Präsens missionierend wirken. Viel hängt davon ab, wie einladend und das Gegenüber mit seiner Lebenssituation in den Blick nehmend sich Kirche dort präsentiert und auf die Menschen zugeht, die dort „unterwegs“ sind. Was dies allerdings bei einem Leser oder einer Leserin bewirkt, liegt nicht allein in unserer Hand.

Kirche im Web. 1. Internetseelsorge

Vorbemerkung


Nicht nur in Stadt und Land, in Häusern, auf Straßen oder Plätzen sind Leute unterwegs, begegnen einander, diskutieren, suchen nach Informationen, Freundschaft, Sinn oder Hilfe bei der Lösung von Problemen, sondern auch im Internet. Auch die Kirchen sind auf verschiedenste Weisen im Netz präsent mit unterschiedlichsten Angeboten und Formaten, wie z.B. diesem Blog.

Eine ganze Woche lang konnte ich mich mit zwei speziellen Formen von Kirche im Web 2.0 auseinandersetzen. Zunächst auf dem Grundkurs Internetseelsorge in Goslar, anschließend bei der 3. Tagung katholischer Blogger und Bloggerinnen in Erfurt. Es waren zwei sehr unterschiedliche Erfahrungen, die für mich jedoch zusammengehören. Um meine Gedanken von der Länge her lesbar zu halten, teile ich sie in zwei eigenständige Artikel.

Internetseelsorge 


Die Seelsorge im Internet hat sich in den vergangenen Jahren auf ein breites Fundament gestellt. Mehr und mehr Bistümer beteiligen sich daran mit eigenen für diese Seelsorge Beauftragten. Auf der bistumsübergreifenden Seite "Internetseelsorge.de" haben Ratsuchende neben anderem viele Möglichkeiten, sich an ein Gegenüber zu wenden.

Vor allem in den Bistümern Hildesheim und Osnabrück ist die Internetseelsorge an die virtuelle Welt „Fun City“ angebunden und findet dort in der Online-Kirche "St.Bonifatius" statt. Dort gibt es die Möglichkeit, per E-Mail begleitet zu werden, sich in einem Chat thematisch auszutauschen, einen E-Mail-Adventskalender, Gemeindebrief oder Sommerimpulse zu abonnieren, an kleinen Liturgien oder einem Bibliolog teilzunehmen und vieles mehr. (siehe unter: "Unser Angebot")

Voraussetzungen


Internetseelsorge braucht neben entsprechender funktionaler Technik vor allem Seelsorger und Seelsorgerinnen, die die Kirche im Netz repräsentieren und sich Interessierten mit Rat und Tat zur Verfügung stellen. „Kann das denn nicht jede oder jeder, der bzw. die sich als kirchliche/r Mitarbeiter/in auch im Netz ein wenig auskennt“, wurde ich vor Beginn des Grundkurses gefragt. Ein Blick auf das Kursprogramm und auf die Seite von St. Bonifatius zeigen, wie viele Akzente zu berücksichtigen sind:
"Qualitativ hochwertiges Internetseelsorge-Angebot fordert von den Seelsorgern besondere Kenntnisse und Fähigkeiten. Sie müssen sich im Internet-Recht ebenso auskennen wie über Methoden und Techniken der Mail-Beantwortung seelsorglicher Anliegen Bescheid wissen. Darüber hinaus ist es auch wichtig, sich mit Grundlagen psychischer Erkrankungen auszukennen." (Zitat auf verlinkter Seite unter: Grundkurs "Internetseelsorge" Kurs 2014)
Alle diese Themen und noch mehr wurden während des Grundkurses in Goslar angerissen oder ausführlicher behandelt. Besonders fasziniert war ich von der Einführung in die Methode des seelsorglichen Kurzgespräches, von dem ich bislang nur gehört hatte. Das Chatten ist allerdings nach wie vor nicht so sehr meine Sache.

Liturgie im Netz


Zur Einstimmung in den Themenbereich „Liturgie im Netz“ nahm ein Teil der Teilnehmenden an der allabendlichen „Twomplet“, dem Abendgebet auf Twitter teil. Für einige war es eine große Herausforderung, da die Nutzung dieser Plattform neu für sie war. Diese Live-Erfahrung empfand ich als gute Grundlage für die Diskussion am nächsten Tag über Grenzen und Möglichkeiten von liturgischen Angeboten im Netz.

Fazit


Übereinstimmend waren alle Teilnehmenden zum Abschluss der Ansicht, dass der Kurs eigentlich viel länger hätte dauern können und müssen, was aber in der Praxis derzeit nicht umzusetzen wäre. Aber es wird bereits im nächsten Frühjahr (11. - 13. März 2015) einen Aufbaukurs geben. Ich hörte, noch seien dort Plätze frei. Ein weiterer Grundkurs findet vom 5. - 9. Oktober 2015 statt. Durch meine eigenen positiven Erfahrungen empfehle ich ihn sehr gerne weiter!

(Kirche im Web. 2. Katholisches Bloggertreffen in Erfurt)

Donnerstag, 11. September 2014

#Unterwegskalender: Schatten



Kühle
gedämpfte Helligkeit
nicht immer geschätzt
ambivalent
willkommen in Hitze
heiß begehrt
bei gleißender Sonne
als wertvoller Schutz
sonst eher gemieden
Schatten
Schattenseiten
Menschen im Schatten
kein Schatten
ohne Licht
und etwas,
das es verdeckt
manchmal genügt
sich umzuwenden
einen Schritt beiseite zu treten

Heute den Wechseln von Licht und Schatten wahrnehmen.


Mehr Gedanken zum Schatten bei den Sommerimpulsen.

Montag, 8. September 2014

#Unterwegskalender: rasten

einen Weg unterbrechen
vorbeieilende Bilder
anhalten
zur Ruhe kommen
durchatmen
sich strecken, entfalten
den Rastplatz
zur Tankstelle machen
neue Energie gewinnen
für den weiteren Weg
bevor die Rast rostet
weiterziehen

Heute einen Rast- oder Ruheplatz aufsuchen. Vielleicht am Wasser.

Mehr Gedanken zum Rasten bei den Sommerimpulsen. (28. August)

Mittwoch, 3. September 2014

Letzte Nachtwanderung der Saison!

Heute Abend (03.09.2014) findet um 21.00h die letzte Nachtwanderung in diesem Sommer statt. Treffpunkt ist wie immer der Parkplatz an der Kronsbergheide. Der Weg führt uns durch Wald- und Heidefläche und an der Lopau entlang. Er dauert etwa 1 1/2 Stunden und wird entsprechend den Teilnehmenden (mehr Kinder oder mehr Erwachsene? Kinderwagen dabei? ...) gestaltet. Herzliche Einladung!

Treffpunkt Parkplatz Kronsbergheide

Mittwoch, 20. August 2014

Unterwegskalender: Wandern

gehen
unter freiem Himmel
Schritt für Schritt
bei Sonne, Regen, Wind
das Notwendigste dabei
Natur erfahren
ganz unmittelbar
und mich selbst
im Gepäck
Alltag zurück lassen
gehen
mit einem Ziel vor Augen
oft dem Weg als Ziel
sichtbare Wegbegleiter
und -begleiterinnen
manchmal
einen anderen immer
vor, neben, hinter,
über und unter mir
sogar in meinem Inneren

Heute einen Weg gehen. Oder wandern.

Mehr Gedanken zum Wandern bei den Sommerimpulsen.

Mittwoch, 13. August 2014

Unterwegskalender: zu Hause bleiben


Vertrautheit
Geborgenheit
Alltagsroutine
immer etwas zu tun
Gäste empfangen
sich zurückziehen
bleiben oder aufbrechen können
zurückkehren
eintauchen in Erinnerungen
und Zukunftspläne
sein
bei mir
bei ich-bin-da

Wo bleibe ich heute?

Mehr Gedanken zum zu Hause bleiben bei den Sommerimpulsen.

Sonntag, 10. August 2014

Unterwegskalender: Starten

auf die Plätze
fertig
los
Zauber des Anfangs
starten
anfangen
beginnen
den Weg
mit einem ersten Schritt
betreten
voller Elan
oder zögernd
etwas Neues wagen
vielleicht ganz unerwartet
durchstarten
zu mehr
Lebensfülle

Heute etwas Neues beginnen.

Mehr Gedanken zum Starten gibt bei den Sommerimpulsen.

Montag, 4. August 2014

Unterwegssein mit der Heiligen Schrift

Auf der Seite der katholisch.de gibt es derzeit eine "Themenwoche: Reisezeit". Durch die "Reisebrille" wird die Bibel unter verschiedenen Aspekten gelesen. Eine Übersicht zu den verschiedenen Kapiteln der Themenwoche gibt es hier. Viel Spaß beim Entdecken!

Unterwegskalender: planlos

kein Termin
keine Verpflichtung
kein Plan
Freizeit - Freiheit
ohne Plan
genießen
den Augenblick
auskosten
planlos
vom Jetzt
beschenkt

Planlosigkeit im Alltag einplanen?

Mehr Gedanken bei den Sommerimpulsen.

Mittwoch, 30. Juli 2014

Thematische Nachtwanderungen

Auch in diesem Jahr finden wieder die thematischen Nachwanderungen der katholischen Urlauberseelsorge statt. Termin ist immer mittwochs um 21.00h, Treffpunkt der Parkplatz an der Kronsbergheide in der Nähe von Amelinghausen.

Klick auf's Bild und mach es groß!
Große und kleine Nachtmenschen sind herzlich willkommen! Bis zum 10. Lebensjahr ist allerdings eine erwachsene Begleitung nötig. Die Teilnahme ist kostenlos, es braucht sich auch niemand anzumelden. Einfach kommen und mitgehen! Wir werden je nach Gruppe zwischen einer und zwei Stunden unterwegs sein.

Sollte eine Nachtwanderung wegen Unwetter oder Gewitter ausfallen, wird dies hier im Blog kurzfristig bekannt gegeben. Selbstverständlich werde ich dann trotzdem vor Ort sein, um diejenigen, die die Info nicht bekommen haben, nach Hause zu schicken. Sicherheit hat Vorrang.

Und hier die Themen der diesjährigen Nachtwanderungen:
23. Juli: Nachtwanderung mit allen Sinnen
30. Juli: Tierische Nachtwanderung
06. August: Nasse Nachtwanderung (auch bei Regen!)
13. August: Nachtwanderung mit allen Sinnen

20. August: Heideblütenfestwoche: keine Nachtwanderung!
27. August: Romantisch-musikalische Nachtwanderung
Es wird spannend, was und wer uns unterwegs alles begegnet!

Mittwoch, 4. September 2013

Unterwegskalender: Übersicht über alle Texte

Neun Wochen lang in den Monaten Juli und August wurde hier jeden Morgen um 08.00h (wenn die Technik mitspielte ...) ein kurzer Text zum Thema "unterwegs sein" veröffentlicht, der immer in eine Anregung zum Nachdenken mündete. Dabei war nicht unbedingt nur die Zeit des Urlaubs im Blick, sondern auch das tägliche Unterwegssein im Alltag.

"Warum gibt es das nicht weiterhin?" wurde ich gefragt, denn als Volk Gottes wären wir ja immer unterwegs. Die vorhandenen Texte stehen auf diesem Blog weiterhin zur Verfügung, sie können zu jeder Zeit wie eine Art "Exerzitien im Alltag" genutzt werden. Zu anderer Zeit gibt es neue Texte, dabei bin ich durchaus interessiert an Themenvorschlägen!

Damit die vorhandenen Texte schnell nachgeschlagen werden können, gibt es zum Abschluss eine Gesamtübersicht, mit deren Hilfe Interessierte mit einem Klick auf die einzelnen Texte zugreifen können. (Bitte kurze Nachricht, wenn etwas nicht funktioniert!)

Unter dem Stichwort: "Unterwegskalender" wird diese Übersicht permanent in der Seitenleiste des Blogs verlinkt. Es darf übrigens auch kommentiert werden ;-)!


1. Woche: Aufbruch
01. Juli, Planen
02. Juli, Packen
03. Juli, Aufbrechen
04. Juli, Zurücklassen
05. Juli, Begegnen
06. Juli, Empfangen
07. Juli, Schenken

2. Woche: Erste Schritte
08. Juli: Start
09. Juli: Orientierung
10. Juli: Wegweiser
11. Juli: Tempo
12. Juli: Umweg
13. Juli: Sackgasse
14. Juli: Rast

3. Woche: Wahrnehmen
15. Juli: sehen
16. Juli: hören
17. Juli: atmen
18. Juli: schmecken
19. Juli: berühren
20. Juli: ahnen
21. Juli: da sein

4. Woche: Wetter
22. Juli: Sonne
23. Juli: Wind
24. Juli: Regen
25. Juli: Tau
26. Juli: Wolken
27. Juli: Hitze und Kälte
28. Juli: Regenbogen

5. Woche: Unterwegs
29.Juli: Weg
30. Juli: Baum
31. Juli: Fluß
01. August: Brücke
02. August: Stein
03. August: Spuren
04. August: Bank

6. Woche: Bewegungen
05. August: gehen
06. August: fahren
07. August: schwimmen
08. August: fliegen
09. August: hüpfen
10. August: klettern
11. August: treiben

7. Woche: Landschaften
12. August: Feld
13. August: Wald
14. August: Wiese
15. August: Berg
16. August: Küste
17. August: See
18. August: Heide

8. Woche: Leben
19. August: lachen
20. August: weinen
21. August: reden
22. August: schweigen
23. August: essen
24. August: trinken
25. August: spielen

9. Woche: Abschied
26. August: Souvenir
27. August: Gepäck
28. August: Abreise
29. August: Grenze
30. August: Rückkehr
31. August: Alltag
Bonus: Fotoalbum

Sonntag, 1. September 2013

Unterwegskalender, Bonus: Fotoalbum

Erinnerungsbilder
vergangener Tage, Momente
besondere Erlebnisse festgehalten
weißt du noch ...
da haben wir doch ...
lebendige Geschichte vor inneren Augen
Vergangenheit geholt in die Gegenwart
bestenfalls Dankbarkeit
weitererzählte Erfahrung
Fortsetzung folgt
einer uralten Tradition

Heute in alten Fotos stöbern.

Samstag, 31. August 2013

Unterwegskalender, 31. August: Alltag

ähnlich wie der Horizont
der Strand in weiter Ferne
auch Berge, Wiesen, Wälder
Wäsche frisch gewaschen
Vorräte genauso gefüllt
wie Kalender
Alltägliches gibt den Rhythmus vor
innere Bilder, Klänge, Gerüche
leben weiter innerlich
stärkend, belebend
neue Sehnsucht schürend

Heute Alltag und Sehnsucht sich berühren lassen.

Freitag, 30. August 2013

Unterwegskalender, 30. August: Rückkehr

noch Sand in den Schuhen
Sonne im Gesicht
Erinnerungen bunt vor Augen
nicht nur die Kamera erfüllt von Erlebtem
öffnen sich vertraute Türen
treffen sich bekannte Blicke
erklingen gewohnte Stimmen
riecht alles wie früher
getrennte Wege verbinden sich wieder
unterwegs trifft auf daheim
Bewegung auf Stabilität
Veränderung auf Bewahrung
Reisende auf Zuhausegebliebene
gelobtes Land auf Exodus
noch hat die ungewaschene Wäsche
den Status eines Souvenirs
und frisch geladene Energie
belebt eine Zeit lang alten Alltag

Mich heute an erlebtes Heimkommen erinnern.

Donnerstag, 29. August 2013

Unterwegskalender, 29. August: Grenze

ambivalente Trennungen
sichtbar und unsichtbar
zwischen hier und da
drinnen und draußen
wir und ihr
du und ich
Gott und Mensch
oft notwendig -
Sensibles, Kostbares schützend
häufig sinnvoll -
Verschiedenes zu unterscheiden
manchmal aber
Zusammengehörendes willkürlich
und schmerzhaft trennend
zu oft, zu lange
andere Grenzen nur in der Vorstellung existent
manche durchlässig
andere fest geschlossen
alle jedoch Entscheidungen fordernd
sie zu respektieren
zu überschreiten
zu öffnen
oder niederzureißen

Heute eine Grenzerfahrung machen.

Unterwegskalender - Vorwort

Wie im Advent an jedem Tag ein Text-Türchen.

Für Urlaubs- und Lebensreisen,

unterwegs und zu Hause,

auf fremden und vertrauten Wegen,

draußen und drinnen.

Jeden Tag im Juli und August

ein kleiner Gedanke zum Mitnehmen

in der virtuellen Hosentasche

auf den Urlaubs- oder Alltagsweg.