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Mittwoch, 1. März 2017

#Weltgebetstag 2017: Meditation zum Titelbild aus den Philippinen

Zum Bild „Ein flüchtiger Eindruck der Situation in den Philippinen“ von Rowena Apol Laxamana-Sta.Rosa.


Schau dir das Bild an.
Lass dir Zeit.

Bunt ist es,
sehr bunt
mit vielen Details.
© Weltgebetstag der Frauen – Deutsches Komitee e.V
Zu sehen sind
viele Szenen aus dem Alltag
der Menschen auf den Philippinen.

In der Mitte des Bildes:
groß und dominant
eine Frau mit rotem Rock
mit schwarzem wehendem Haar.

In der linken Hand hält sie
eine Waage
mit einem Kreuz.
Die Waage ist nicht im Gleichgewicht.

Mit ihrer rechten Hand
bedeckt die große Frau ein Auge.
Etwas Weißes weht durch ihr Gesicht.
Silbrig-weiße Haare?
Ein Band? Oder ein Tuch?

Das andere Auge ist geöffnet
und schaut uns an.

Über ihren Kopf ein gelber Kreis.
Eine Sonne?
Oder … ein Heiligenschein???

Die große Frau in der Mitte steht auf etwas Grünem:
einem riesigen Bananenblatt.
Getragen wird es von drei Frauen
in bunten Kleidern
und ohne Gesicht.
Eng sind sie miteinander fair-bunden,
tragen so die schwere Last.

Das Bananenblatt ist auch wie ein Tischtuch.
Links eine Frau mit Kind.
Vor ihr ein graues Fischgerippe.
Davon wird niemand mehr satt.

Rechts eine Frau mit einer Reisschale
und Nahrungsmitteln in Hülle und Fülle.
Ein Ungleichgewicht,
wie schon bei der Waage.

In der Mitte ein Kelch.
Vielleicht Brot?
Und Fisch.
Es erinnert mich an Bibelgeschichten.
Und an das Abendmahl.
Für Arme und Reiche.
Für alle.


Viele kleine Alltagsdetails
links und rechts oben im Bild.
Links oben ein Kind mit einem Buch.
Es liest, es darf lernen.

Um es herum graue Häuser einer Stadt.
Müllberge, rauchende Fabrikschlote.
Darunter ein Bagger,
ein Weg führt in den Berg.
Männer bei der Arbeit.

Auf der rechten Seite ist viel mehr Grün.
Reisterrassen werden beackert.
Ein Vulkan ist dort auch,
steht für fruchtbares Land
aber auch Gefahr.

Blau fließt dort Wasser, das Meer.
Ein rotes Boot ist zu sehen
und eins mit Fischernetz.

Stadt und Land,
Vulkane und Meer,
arm und reich,
Kinder und Erwachsene,
Männer und Frauen.
Ungerechtigkeit und Fairness:
All das auf einem Bild
von den Philippinen.

Montag, 23. Februar 2015

Meditative Bildbetrachtung zum Weltgebetstags-Titelbild 2015

Quelle: Weltgebetstag
Auf dem diesjährigen Weltgebetstags-Titelbild
eine starke Sonne,
- wie ein prächtiger Sonnenauf-
oder -untergang am Meer -
eine Sonne, die alles durchstrahlt,
den dunkelblauen Himmel durchbricht
und erröten lässt.
Diese Sonne rückt
sechs Flamingos und ein türkisblaues Meer
in ganz besonderes Licht.
Ein unglaublich farbenfrohes Bild!

Mosaikartig die Sonne in ihrem Mittelpunkt.
Vielteilig, brüchig,
wie die Federn der rosa Vögel.
Während die Sonne
geradezu vor Lebenskraft explodiert,
strahlt Ruhe aus
vom Wappentier der Bahamas,
den sechs Flamingos,
die ihre Köpfe tief zum Wasser neigen.

Ganz unten im Bild bricht das Meer auf.
Unter der Wasserdecke verborgen
schauen zwei Füße hervor,
gelb-gold im Licht eines Sonnenstrahls.
Barfuß, nackt, verletzlich.

Etwas steckt dahinter:
hinter diesem Weltgebetstags-Bild
- und unserem romantischen Urlaubsbild
von den Bahamas.
Es steckt etwas dahinter:
hinter der Schöpfung,
hinter ihrer Schönheit,
hinter der Oberfläche unseres Lebens.

Die Natur der Bahamas,
die Schöpfung und unser Leben:
brüchig und voller Sehnsucht
nach Heilsein und Heilung.
Rosa nicht nur die Flamingofedern auf dem Bild,
sondern auch die Korallen
unter den vielen Inseln.
Schön sind sie - aber auch verletzlich.
Bedroht vom Ansteigen der Meere
und nicht nur sie,
sondern alle Natur
und die Menschen.

Flamingos:
auf den Bahamas stehen diese Vögel symbolisch
für die Seelen der Menschen.
Die Brüchigkeit ihrer Federn möglicherweise hier als Bild
für sechs große Probleme
der Frauen, die dort leben,
ihre Hoffnungen und Sehnsüchte:

Für die Brüchigkeit des Lebens der Armen
und ihr Verlangen, Fülle zu erleben.

Für die Sehnsucht jener,
die von häuslicher Gewalt betroffen sind,
auf Überwindung ihrer Scham.

Für den Wunsch von Migrantinnen,
willkommen und mittendrin zu sein.

Für die Suche jugendlicher Mütter
nach Unterstützung und Begleitung
beim eigenen Erwachsenwerden
und der Erziehung ihrer Kinder.

Für das Verlangen
der an HIV und Aids Erkrankten,
zur Gemeinschaft dazu zu gehören.

Und für die Hoffnung
von an Brustkrebs erkrankten Frauen
auf Heilung und Leben.

Sechs Flamingos,
verbeugen sich tief
und trinken.

Es steckt etwas dahinter.
Auch hinter allem Leid.
Die Sonne verbunden
mit den gold-gelben Füssen:
vielleicht eine Fußspur dessen,
der als Licht der Welt
unser Leben
und das Leben der Frauen auf den Bahamas
durchstrahlen und hell machen will.
Fußspuren dessen,
der anderen die Füße
mit Wasser gewaschen hat.
Lebendiges Wasser um diese besonderen Füße,
das sich anbietet,
zur Quelle eines Lebens in Fülle zu werden.

Ein paradiesisches Bild
mit viel dahinter.
Mit kraftvoller Lebensfreude,
verdecktem Leid
und durchbrechender Hoffnung.
Für uns, die Frauen auf den Bahamas
und Menschen in aller Welt.

Andrea Rehn-Laryea

(Zusammengestellt nach Gedanken und Ideen der ökumenischen Weltgebetstags-Vorbereitungsgruppe Amelinghausen mit Frauen aus den Gemeinden Hippolit, Pella und  St. Godehard)

Mittwoch, 17. Dezember 2014

#ichwillzukunft (M)Ein Beitrag zur Blogparade von @Adveniat

Quelle: Adveniat
Um das Thema Zukunft geht es in der aktuellen Jahresaktion von Adveniat. Unter anderem sind Bloggerinnen und Blogger aufgefordert und eingeladen, sich zu diesem Thema Gedanken zu machen – auch wenn sie mit Lateinamerika wenig oder nichts zu tun haben.

Wie sieht es aus mit dem Thema Zukunft in der Urlauberseelsorge im Bistum Hildesheim und der Lüneburger Heide? Was beschäftigt mich und uns dabei gerade?

Fakt ist: mein Kollege Bernhard Schillmüller aus Cuxhaven und dem Elbe-Weser-Dreieck geht nächstes Jahr in den Ruhestand. Damit wird es in Cuxhaven, dem mit jährlich über 3 Millionen Übernachtungen größten Kurort Deutschlands keine Urlauberseelsorge mehr geben, es sei denn, in Gemeinde, Dekanat und Bistum rührt sich noch etwas, das der kirchlichen Verantwortung für Reisende eine zukunftsfähige Form gibt. #IchwillZukunft ist also in meinem/unserem Arbeitsfeld gerade hoch aktuell!

Laut Stellenplan 2020 wird es bis eben in diesem Jahr noch meine Stelle in der Urlauberseelsorge in der Lüneburger Heide geben. Ohne Kollegen und Kolleginnen aus der eigenen Kirche oder der Ökumene ist es allerdings um einiges schwieriger, diese Arbeit zu tun. Ganz konkret heißt dies: Den Bereich der "Kirche Unterwegs" Arbeit ("Campingseelsorge") wird es zukünftig im Bistum Hildesheim nicht mehr geben.

Das Kinderferienprogramm von "Kirche Unterwegs" in Amelinghausen führe ich zwar fort, die Suche nach neuen Teamerinnen und Teamer und deren Aus- und Fortbildung wird aber nicht fortgesetzt. Das bedauere ich sehr! Gerade die Arbeit mit den Teams, in denen Jugendliche, Familien und Senioren zusammenarbeiten und Verantwortung übernehmen, halte ich für beinahe einmalig in der kirchlichen Arbeit. Sie ist mir in dieser Form und Intensität an anderer Stelle noch nicht untergekommen.

Eine große Chance, Kindern, Familien und anderen in ihrer Urlaubssituation religiöse und biblische Themen kreativ nahe zu bringen und ein sympathisches, mitgehendes Bild von Kirche zu vermitteln wird daher mit der Beendigung der "Kirche Unterwegs" Arbeit ungenutzt bleiben. Es sei denn, Gemeinden, Dekanate oder kleine Gruppen von Engagierten entdecken für sich selbst: „Das können wir auch! Zwar nicht auf jedem Campingplatz und nur in kleinem Stil, aber in unserem nahen Umfeld bieten wir etwas an für die Leute, die bei uns ihren Urlaub verbringen.“ Das sind nämlich nicht nur weithergereiste Gäste, sondern in Zeiten knapper werdender Kassen zunehmend auch Kinder und Familien aus dem eigenen Umfeld.
  • Warum also nicht bewusst in der Urlaubs- und Ferienzeit mit Daheimgebliebenen und denen, die zu Gast sind, biblische oder anders thematische Wochen oder Tage anbieten, in eigenen Räumen oder unterwegs? Kinderbibelwochen und religiöse Kinderwochen (RKW) haben in unseren Kirchen eine lange Tradition. Es gibt gutes Material dazu, mit dem sofort losgelegt werden kann. Und es spricht nichts dagegen, neben Kindern auch Jugendliche und Erwachsene mit einer solchen, angepassten Aktion anzusprechen und bewusst altersübergreifend zu arbeiten.
  • Warum nicht in einer Gemeinde in Kooperation mit touristischen Stellen z.B. Nachtwanderungen anbieten, in die Elemente der Stille, der Wahrnehmung, des Gesprächs oder des Pilgerns eingebunden sind und die mit einer Geschichte, einem Gute-Nacht-Lied oder Segen enden? 
  • Warum nicht mal ohne großen Aufwand eine Sonntagsmesse unter freiem Himmel feiern? Im Pfarrgarten, an einem See, auf einem Berg oder hinterm Deich? 
  • Warum nicht mal auf die Basics schauen: Wie findet eigentlich jemand, der fremd ist, den Weg zu unseren Kirchen, in unsere Gottesdienste und Veranstaltungen? Wie sind wir öffentlich ausgeschildert? Und: Wie können wir auch jenseits kircheninterner Medien Gemeindefremde informieren und erreichen? Wie können kirchliche Infos z.B. an touristisch relevanten Plätzen oder auf Campingplätzen ausgehängt und den Tourist-Infos zur Verfügung gestellt werden? 
Eine Kultur des Willkommens und der Gastfreundschaft kann schon mit kleinen, einfachen Akzenten nachhaltig entwickelt werden.

Und was hat das alles mit Adveniat oder Lateinamerika zu tun? Wo können sich Urlauberseelsorge und Solidaritätsarbeit treffen? Wie auch die anderen kirchlichen Hilfswerke gibt es von Adveniat hervorragend ausgearbeitetes Arbeitsmaterial für viele Altersstufen. Viel Material von Adveniat, missio oder Misereor bleibt allerdings zu den Aktionszeiten ungenutzt, was sehr schade ist. Gerade aber in den Ferienwochen, in denen es auf Gemeindeebene eher ruhig ist, wäre Zeit und Gelegenheit, mit diesem Material zu arbeiten, auch jenseits der „offiziellen“ Aktionszeiten.

Mit Ausstellungen der verschiedenen Hilfswerke beispielsweise können Urlaubsgäste zu einem Besuch in die veranstaltende Kirche eingeladen und auf eine gedankliche Weltreise mitgenommen werden. Damit habe ich in der Vergangenheit gute und interessante Erfahrungen gesammelt. Auch mit "Rucky Reiselustig" kann man nicht nur in der Fastenzeit die Probleme der Kinder der Welt entdecken.


Themen anderer Kontinente wie Klimawandel haben auch mit uns zu tun. Ganz konkret. Ebenso Themen wie Armut oder Flucht. Oder eben „Zukunft“ oder (scheinbare) Zukunftslosigkeit.

Ferien sind nicht nur selbstbezogene Luxuszeiten. Urlaub, Engagement, Weitblick und Verantwortung schließen sich nicht aus. Im Gegenteil: wenn Alltagssorgen wegfallen, entsteht Raum, sich für andere Themen und Fragestellungen zu öffnen und zu interessieren.

Meine Zukunftshoffnung ist, dass unsere Kirchengemeinden einen solchen Blick für ihre konkreten Gäste bekommen - und ihn bestenfalls ausweiten, über die Urlaubsgäste hinaus auf andere Menschen, die nur auf Zeit vor Ort zu Gast sind wie z.B. Saisonarbeitskräfte oder Flüchtlinge, und auf Menschen, die an ganz anderen Ecken der Erde leben und von Urlaub nur träumen können. Diesen Blick zu schärfen ist etwas, das mir für die Zukunft der Urlauberseelsorge am Herzen liegt.

Unterwegskalender - Vorwort

Wie im Advent an jedem Tag ein Text-Türchen.

Für Urlaubs- und Lebensreisen,

unterwegs und zu Hause,

auf fremden und vertrauten Wegen,

draußen und drinnen.

Jeden Tag im Juli und August

ein kleiner Gedanke zum Mitnehmen

in der virtuellen Hosentasche

auf den Urlaubs- oder Alltagsweg.